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Wilhelmstraße 13 (Luckenwalde)

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 |30. September 1942 bis Ende April 1945 |Historischer Ort|{{maplink:​Poststraße 13, Luckenwalde:​Ansicht in Google Maps}}| |30. September 1942 bis Ende April 1945 |Historischer Ort|{{maplink:​Poststraße 13, Luckenwalde:​Ansicht in Google Maps}}|
-Martha Schmul, verh. Boche (* 4. Januar 1901 in Briesen/​Westpr.;​ † 4. Januar 1996 in Heilbronn), die älteste Tochter der Familie Schmul, stammt ebenso wie ihr Mann Erich Boche (* 1898; † 1989), aus der [[friedrichshain-kreuzberg:​gubener_strasse_10|Gemeinde Gubener Straße]]. 1920 zogen sie nach Luckenwalde und wurden an die [[havelland-fläming:​efg_luckenwalde|dortige Baptistengemeinde]] überwiesen.\\ Ihr Mann führte in Luckenwalde ein Fahrradgeschäft in der Wilhelmstraße 13. Vom September 1942 bis Ende April 1945  versteckte Martha Boche dort ihre Mutter Rosa Schmul, geb. Tuchler (* 19. Januar 1875 in Briesen/​Westpreußen;​ † 5. August 1961 in Berlin), die jüdischer Abstammung war. Rosa Schmul wurde am 2. März 1913 in der Berliner Baptistengemeinde Gubener Straße getauft. 1936 ist sie zusammen mit ihrem Mann Jakob (* 1875; † 1938) aus der [[lichtenberg:​friedrichstrasse_27|Gemeinde Lichtenberg]] an die [[mitte:​schmidstrasse|Gemeinde Schmidstraße]] überwiesen worden. Nach dem Tod ihres Mannes ließ sie sich am 25. Februar 1940 wieder an die Gemeinde Gubener Straße überweisen. +=== Personen === 
-\\ 1952 berichtet Martha Boche: //„Ein besonderer Umstand verzehrte vollends meine Herz- und Nervenkräfte:​ Vom Oktober 1942 bis zum Umbruch Ende April 1945 beherbergte ich illegal meine aus Berlin geflüchtete Mutter in meiner Wohnung in Luckenwalde. Unter dem Verdacht dieser Unterbringung wurde ich von der Gestapo kontrolliert und beobachtet...“ „Haussuchungen und Vorladungen zur Polizei wiederholten sich. Meine Mutter zu verbergen gelang nur dadurch, dass wir sie in einem etwas abgelegenen Lagerraum unseres ehemaligen, Ostern 1943 endgültig geschlossenen Geschäftes untergebracht hatten.“//​((Roland Fleischer: //Baptisten jüdischer Herkunft in der NS-Zeit. Schicksale, Umgang, Hintergründe//​ ,​Theologisches Gespräch 2012, Heft 3, ISSN 1431-200X, S.107-128, bes. 123-125. Außerdem in den Biogrammen bapt. Judenchristen:​ //​[[http://​www.theologisches-gespraech.de/​recherchen/​pdf/​Beiheft12_ThGespr_Fleischer_Judenchristen_in_Baptistengemeinden.pdf|Judenchristliche Mitglieder in Baptistengemeinden im „Dritten Reich“]]//​))\\ Die Schwester von Martha Boche, Frieda Schmal, überlebte in [[tempelhof-schoeneberg:​rossbergstraße_2|Berlin-Schöneberg]].+  * Martha Schmul, verh. Boche (* 4. Januar 1901 in Briesen/​Westpr.;​ † 4. Januar 1996 in Heilbronn), die älteste Tochter der Familie Schmul, stammt ebenso wie ihr Mann Erich Boche (* 1898; † 1989), aus der [[friedrichshain-kreuzberg:​gubener_strasse_10|Gemeinde Gubener Straße]]. 1920 zogen sie nach Luckenwalde und wurden an die [[havelland-fläming:​efg_luckenwalde|dortige Baptistengemeinde]] überwiesen.\\ Ihr Mann führte in Luckenwalde ein Fahrradgeschäft in der Wilhelmstraße 13. Vom September 1942 bis Ende April 1945  versteckte Martha Boche dort ihre Mutter Rosa Schmul, geb. Tuchler (* 19. Januar 1875 in Briesen/​Westpreußen;​ † 5. August 1961 in Berlin), die jüdischer Abstammung war. Rosa Schmul wurde am 2. März 1913 in der Berliner Baptistengemeinde Gubener Straße getauft. 1936 ist sie zusammen mit ihrem Mann Jakob (* 1875; † 1938) aus der [[lichtenberg:​friedrichstrasse_27|Gemeinde Lichtenberg]] an die [[mitte:​schmidstrasse|Gemeinde Schmidstraße]] überwiesen worden. Nach dem Tod ihres Mannes ließ sie sich am 25. Februar 1940 wieder an die Gemeinde Gubener Straße überweisen.\\ 1952 berichtet Martha Boche: //„Ein besonderer Umstand verzehrte vollends meine Herz- und Nervenkräfte:​ Vom Oktober 1942 bis zum Umbruch Ende April 1945 beherbergte ich illegal meine aus Berlin geflüchtete Mutter in meiner Wohnung in Luckenwalde. Unter dem Verdacht dieser Unterbringung wurde ich von der Gestapo kontrolliert und beobachtet...“ „Haussuchungen und Vorladungen zur Polizei wiederholten sich. Meine Mutter zu verbergen gelang nur dadurch, dass wir sie in einem etwas abgelegenen Lagerraum unseres ehemaligen, Ostern 1943 endgültig geschlossenen Geschäftes untergebracht hatten.“//​((Roland Fleischer: //Baptisten jüdischer Herkunft in der NS-Zeit. Schicksale, Umgang, Hintergründe//​ ,​Theologisches Gespräch 2012, Heft 3, ISSN 1431-200X, S.107-128, bes. 123-125. Außerdem in den Biogrammen bapt. Judenchristen:​ //​[[http://​www.theologisches-gespraech.de/​recherchen/​pdf/​Beiheft12_ThGespr_Fleischer_Judenchristen_in_Baptistengemeinden.pdf|Judenchristliche Mitglieder in Baptistengemeinden im „Dritten Reich“]]//​)) 
 +  * Die Schwester von Martha Boche, Frieda Schmal, überlebte in [[tempelhof-schoeneberg:​rossbergstraße_2|Berlin-Schöneberg]].
    
    
Zuletzt geändert: 21.05.2015 18:32